Israels Linke

Ein einführendes Interview mit Dr. Angelika Timm

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© Sophia Venske, 2018

Die israelische Regierung ist rechts. Das ist nichts Neues. Doch wer sind von den wenigen linken Parteien eigentlich noch Akteure der Linken in Israel? In welchem gesellschaftlichen Umfeld bewegen sie sich und wie stehen sie zueinander, zur Politik Israels und zum Staat selber? Darüber berichtet uns Dr. Angelika Timm im Interview.

Im Nachgang zu unserer Veranstaltung in Hannover, die in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen stattfand und sich mit dem Thema „Israel und Palästina. Binationaler Staat oder zwei Staaten für zwei Völker?“ [zum Aufruf] beschäftigte, stellten wir unserer Referentin Dr. Angelika Timm einige Fragen, die sie uns dankenswerter Weise per Mail beantwortete.

Bild von Angelika Timm
Angelika Timm, 2017
Angelika Timm ist Nahostwissenschaftlerin und Israel-Expertin
 Angelika Timm war Dozentin und Leiterin des Seminars für Israelwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin, bis dieses 1998 geschlossen wurde. Anschließend arbeitete sie bis 2002 an der Freien Universität Berlin und hatte bis 2007 zahlreiche Gastprofessuren an israelischen Universitäten inne.

2008 baute sie das israelische Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung auf und war dessen Leiterin bis 2015. Sie schrieb mehrere Bücher über Israel, beispielsweise Israel – Gesellschaft im Wandel, das 2003 bei Leske & Budrich erschien. Ihr aktuellstes Buch, das im Aphorisma-Verlag erschien, 100 Dokumente aus 100 Jahren haben wir auf undogmatisch besprochen.

Buchcover zu 100 Dokumente aus 100 Jahren
Angelika Timms aktuelles Buch

Das Interview

Die israelische Linke ist in Deutschland selten als solche sichtbar. In Israel ist sie insbesondere von rechten regelrecht verhasst. Die Demonstration, die am 01.April stattfand, und maßgeblich von linken Gruppierungen unterschiedlicher Couleur getragen wurde, fand kaum Wiederhall in den deutschen Medien. Überschattet wurde die   Demonstration unter dem Motto: „Now is the time to stand together and create hope! Now is the time to prevent the next war!“ von den Ereignissen in Gaza und im Laufe der Woche von Benjamin Netanjahus Verkündung eines Deals mit der UN über die Geflüchteten und dessen Absage kurze Zeit später. Aufgerufen zur Demonstration wurde von linken Partei wie Chadash oder Meretz sowie unterschiedlichen linken Organisationen, bspw. Peace NowCombatants for Peace und vielen anderen.

Zu diesem großen Themenkomplex der israelischen Linken haben wir Angelika Timm Fragen gestellt. Da wir hier einen umfangreichen Text vorlegen, der unserer Meinung nach hervorragend in den Kontext und das Thema der israelischen Linken einführt, haben wir das Interview in drei große Kategorien aufgeteilt.

Beginnend mit einer Einführung in der die gesellschaftlichen Verhältnisse und Bedingungen von Linkssein in Israel umrissen werden, wendet sich das Interview innerlinken Debatten und Positionen zu, um abschließend das Verhältnis von Linken in Israel zum Staat ins Auge zu fassen.

Wir haben diese drei Kategorien optisch voneinander getrennt und ermöglichen einen Überblick über die Themen. Dabei ist es dann möglich nacheinander die Antworten der einzelnen Themen zu widmen und sie in Gänze zu lesen.

Einführendes:

Umfeld, Spektrum und was es heißt in Israel links zu sein

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In welchem gesellschaftlichen Umfeld agieren israelische Linke?

Was bedeutet Linkssein in Israel?

Wie sieht das linke Spektrum in Israel aus und wer sind seine wichtigsten Akteure?

Innerlinke Diskurse:

Konflikte und Positionen innerhalb der Linken

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Welche Konfliktlinien existieren zwischen linken Gruppen in Israel?

Gibt es linke Siedler und wie stehen linke Gruppen zum Siedlungsbau?

Die israelische Linke und der Staat

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Wie ist das Verhältnis zwischen Regierung und linken Gruppen?

Wie würden Sie die Stimmung in der israelischen Gesellschaft gegenüber linken Positionen beschreiben?

Wie verhalten sich linke Gruppen zur Abschiebung von Geflüchteten aus afrikanischen Staaten?

Wir danken Angelika Timm sehr für dieses Interview.

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