Der letzte Vorhang

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+++ English version below +++

„Und wenn der letzte Vorhang fällt, wie verlässt du dann die Welt?“, fragt die Band „Dritte Wahl“ in ihrem Lied „Der letzte Vorhang“. Wie willst du diese Welt verlassen, willst du sie den nächsten Generationen hinterlassen, willst du sie vorher selbst erleben? All diese Fragen stehen bei jeder Wahl zur Wahl.

Wahlen ändern nichts!?

Wahlen verändern, solange immer dieselben Parteien an die Macht kommen, nicht viel. Die CDU/CSU steht etwas mehr rechts neben der Mitte, die SPD etwas mehr links, aber eins vereint beide Volksparteien: sie sind total auf dem neoliberalen Trip. Auch die bürgerlichen Grünen wollen am System nichts verändern, wollen es nur etwas grüner ausgestalten und die FDP, die will sogar noch weniger Staat und noch mehr Neoliberalismus. Es stimmt also, wenn Menschen, die nicht mehr wählen gehen, sagen, dass sich nicht viel ändert. Aber es stimmt eben auch wieder nicht.

Wir wählen nicht nur ein Programm, eine Partei. Wir wählen auch den Grad der Freiheit unserer Gesellschaft. Wollen wir eine offene Gesellschaft, eine Gesellschaft, in der Gedanken, Positionen und Meinungen, die eine bessere Gesellschaft, eine lebenswertere Welt beinhalten, nicht kriminalisiert werden? Oder möchten wir in einer geschlossenen Gesellschaft leben? In einer Gesellschaft, in der die Meinungen und Positionen bereits vorgegeben sind, es keine Diskussionen mehr gibt, keinen Wettstreit der Ideen? All das wählen wir nämlich auch, wenn wir zur Wahl gehen oder eben nicht.

Ein neues System

Die derzeitige Regierung schafft die Voraussetzungen für den gläsernen Bürger. Sie schafft die Dinge, die ein totalitäres System braucht, um ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen, um den Menschen kontrollieren zu können. Schon das muss für uns Ansporn zum Wählen sein. Wir sollten wenigstens verhindern, dass Parteien wie die AfD an diese Daten kommen, dass die totalitären Kräfte in unserem Land unsere Freiheiten, die durch SPD und Union schon eingeschränkt werden, nicht total abschaffen.

Natürlich müssen wir uns bewusst sein, dass auch die Linke das neoliberale System, dem Kapitalismus, nicht wird stürzen können. Aber sie kann, wenn sie denn die Chance bekommt, die Voraussetzungen schaffen, dass dieser Sturz von unten kommen kann. Das neue System muss nicht Sozialismus heißen, es muss nicht im Kommunismus enden, aber es muss menschlicher werden. All das funktioniert nicht von Oben, es funktioniert nur, wenn sich die Menschen ändern. Wenn sich der Wettkampfgedanke, der Gedanke, besser sein zu müssen als die anderen, in Solidarität verwandelt. Wer erwartet, dass diese Veränderung von Oben kommt, der kann bei Wahlen nur enttäuscht werden.

Unsere Wahl

Den Systemwechsel können wir nicht wählen, aber wir können bei jeder Wahl neu entscheiden, ob wir mehr oder weniger Freiheiten wollen. Wir können mit jeder Wahl entscheiden, ob wir auf einfache populistische Unwahrheiten reinfallen, ob wir der AfD oder anderen populistischen Parteien die Möglichkeit geben, ihre Fantasien von unfreien Gesellschaften umzusetzen oder ob wir lieber in einer freien Gesellschaft die Möglichkeit haben, unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln und es dadurch menschlicher und solidarischer zu gestalten.

Wer nicht wählen geht, sollte sich bewusst sein, dass seine Stimme eben nicht nichts bewirkt, sondern seine Stimme einfach auf die gültigen Stimmen addiert wird. Sollte die AfD 10 Prozent der Stimmen bekommen, dann sind da auch 10 Prozent der Stimme des Nichtwählers dabei. Wer nicht wählen geht, kann den Freiheitsgrad der Gesellschaft nicht mitbestimmen und verbaut sich somit im schlimmsten Fall sogar die Möglichkeit, eine solidarische und menschlichere Welt zu erschaffen.

Was denkt ihr zur Bundestagswahl? Wollt ihr unsere_m_r Gastautor_in zustimmen, oder widersprechen? Dann kommentiert und kommt ins Gespräch.
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“And when the last curtain falls, how do you leave the world?” asks the band “Dritte Wahl” in their song „Der letzte Vorhang“ (The Last Curtain). How do you want to leave this world, do you want to leave it to the next generations, do you want to experience it before? All these questions are at stakes in every election.

Elections do not change anything !?

Elections change, as long as the same parties come to power every time, not much. The CDU / CSU is slightly more to the right of the center, the SPD is a little more to the left, but the two Volksparteien are united by in one regard: they totally are on the neoliberal trip. Even the bourgeois Greens don’t want to change anything in the system; they want to make it a little greener and the Free Liberals (FDP), want even less state and more neoliberalism. It is true, then, when people who do not vote more, say that not much changes. But it is not true again.

We do not just choose a platform, a party. We also determine the degree of freedom of our society. Do we want to be an open society, a society in which ideas, positions, and opinions that involve a better society, a more liveable world, are not criminalized? Or do we want to live in a closed society? In a society in which the opinions and positions are already given, where are no discussions, no contest of ideas? We choose all of this by going or not going to the elections.

A new system

The current government creates the conditions for the transparent citizen. It creates the pieces a totalitarian system needs to silence its critics and to control the people. This must be an incentive for us to choose. We should at least prevent parties such as the Alternative für Deutschland (Alternative for Germany) from coming to these data so that the totalitarian forces in our country do not abolish our freedoms which are already restricted by the SPD and the CDU.

Of course, we must be aware that the left will not be able to overthrow the neoliberal capitalist system. However, the left can, if she gets the chance, create the conditions that this fall can come from below. The new regime does not have to be socialism, it does not have to lead to communism, but it must be more human. All this does not work from above; it only works when people change. If the idea of ​​competition, the thought of having to be better than the others, turned into solidarity. Anyone expecting this change to come from above can only be disappointed in elections.

Our choice

We can not choose the change of system, but we can decide at each election whether we want more or less freedom. We can decide with each election whether we are relying on mere populist untruths, whether we give the AfD or other populist parties the opportunity to put into effect their fantasies of unfree societies or whether we prefer the freedom to develop our society in a free society, making it more human and solidary.

If you do not vote, you should be aware that your voice does not cause nothing but your voice is directly added to the valid votes. If the AfD receives 10 per cent of the votes, then 10 per cent of the ballot of the non-electorate is also there. Those who do not vote can not influence the degree of freedom of society, and thus, in the worst case, even the possibility of creating a more solidary and more human world.

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