Post für… Dirk Kurbjuweit

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Lieber Dirk Kurbjuweit,

Sie können von Glück reden, dass ich ein sehr rücksichtsvoller Mensch bin. Wäre dem nicht so, hätte es durchaus einen kleinen Eklat in der prall gefüllten S-Bahn geben können. Ich war kurz vor einem ausgewachsenen Wutanfall. Was Sie damit zu tun haben, Herr Kurbjuweit? Nun, Sie sind der heutige Autor des Spiegel Online Morning-Briefings „Die Lage“, welche jeden Morgen in meinem Mailfach landet. Und was durfte ich da heute zum Anschlag in Barcelona lesen?

„Das Auto, der Laster überrollt auch die eigenen Erinnerungen und macht damit den Anschlag zu einem Anschlag auf alle, die Erinnerungen an den Ort haben.“

Mit Verlaub: SIND SIE NOCH GANZ DICHT?!?!

Entschuldigen Sie den kurzen Capslock-Wutbürger-Anfall, aber ich halte ihn für angemessen. Es sterben Menschen und Sie haben nichts besseres zu tun, als ihre nun getrübten Erinnerungen zu betrauern? Großes Kino. Und da rede ich noch nicht einmal vom dann folgenden Abschnitt, in dem sie um Verständnis für ihre Sentimentalität werben und rhetorisch fragen, wer denn noch nicht in London, Paris oder Nizza gewesen sei. Diese Betroffenheit müsse man doch verstehen. Nun – eventuell der alleinerziehende Vater mit Schichtarbeit? Aber davon gibt es im Spiegel Online-Büro natürlich auch recht wenig, da ist das schon verständlich.

In diesem Sinne: lassen Sie sich Ihren Morgenkaffee nicht vermiesen. Ich schicke Ihnen auch eine Postkarte von meiner nächsten Städtereise.

Ganz herzlich,

Ihr Ernst Bissinger

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