Wenn Mutti tröstet.

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Zitat_Adorno_Horkheimer

Haben Sie auch das Video vom Rostocker Bürgerdialog gesehen, in dem Angela Merkel einem dreizehnjährigem Mädchen erklärt, dass es auch Flüchtlinge geben muss, die wieder abgeschoben werden, woraufhin das Mädchen in Tränen ausbricht und Mutti Merkel ganz tief in die empathische Trickkiste greift? Bestimmt haben sie das. In meiner Facebook-Timeline haben so viele Menschen das Video geteilt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es irgendjemand noch nicht gesehen hat. Falls doch, ist es hier noch einmal: VIDEO.

Jetzt kann man sich entweder über Merkel lustig machen à la: Was haben ein Stein und Angela Merkel gemeinsam? Eine breite Palette an Gesichtsausdrücken und Emotionen! Badumm-Tss.

Oder man wird wütend angesichts einer menschenfeindlichen Flüchtlingspolitik, die sich völlig vom Wohl der Menschen gelöst hat und durch diesen kurzen Moment im Video so eindrücklich symbolisiert wird.

Man kann aber auch noch ein anderes Problem daran ablesen. Merkel kann ihre Politik nicht erklären. Sie kann es nicht beim Thema Flucht & Asyl, sie kann es nicht bei Griechenland, nicht bei TTIP und auch sonst nicht. Stattdessen hält sie sich zurück bis es wirklich gar nicht mehr geht. Bei keinem großen aktuellen Thema macht Merkel sich die Finger schmutzig.

Griechenland? Bulldozer Schäuble regelt das. TTIP? Eher was für Sigmar Gabriel. Flüchtlingspolitik? Ein paar wohlfeile Worte von Joachim Gauck, ansonsten wird die Debatte den Medien, NGOs und als „besorgte Bürger“ getarnten Nazis überlassen.

Das eigentlich rätselhafte dabei ist, dass dieser Kurs Merkel nicht schadet – sondern nützt.

Während beispielsweise Barack Obama offensiv für seine Gesundheitsreform wirbt oder sich in die eklatanten rassistischen Ausbrüche in den USA einmischt, erklärt Merkel ihre Unfähigkeit zur Kommunikation zur Erfolgsstrategie. Der „Kosename“ Teflon-Merkel kursiert ja schon eine Weile und trotz der eindeutig negativen Konnotation scheint dieses Image ihr in keiner Weise zu schaden.

Ich denke, dass das schlicht und einfach daran liegt, dass Merkel auf diese Weise den konservativen Grundkonsens in breiten Teilen der deutschen Gesellschaft perfekt bedient. Bloß keine Skandale, keine Ausschweifungen, keine Eskapaden. Schaffe, schaffe Häusle baue, oder wenigstens danach aussehen. Wer nichts macht, kann auch nichts verkehrt machen und für alles andere hat man ja Minister*innen, Staatssekretär*innen und sonstige Parteibauern, die man im Fall der Fälle opfern kann.

Ist Merkels Reaktion also überraschend? Nein. Überraschend ist allenfalls, wie unprofessionell Merkel mit der Situation umgeht. Man sollte meinen, dass ihre Mediencoaches detaillierte Pläne für solche „Vorkommnisse“ haben. Die generelle Sprachlosigkeit der Angela M. überrascht schon lange nicht mehr – sie ist seit zehn Jahren ihr bevorzugter Modus des Regieren.

Und jetzt lasst euch doch mal alle streicheln!

1 KOMMENTAR

  1. Passend zum “Mutti-Diskurs” bietet das Kinder-Wahlprogramm der CDU/CSU ne Menge Spaß.
    Einfach zu finden unter “Das Wahlprogramm der CDU in leichter Sprache”

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