Am Anfang

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Zuerst: Ich sitze nicht im Gefängnis. Darüber gäbe es sicher vieles zu berichten, doch der Titel sitzt. Er beschreibt mein momentanes Leben ganz gut. Der wesentliche Unterschied zu den meisten Menschen die hinter Gittern leben: Ich habe mir meine ausgesucht. Doch der Reihe nach.


Inwiefern lebe ich hinter Gittern? Ich betrete das Studentenwohnheim durch ein kleines Haus, indem bewaffnetes Wachpersonal sitzt, verlasse es durch ein metallenes Drehkreuz und rundherum sind Mauern und Zaun. Letztgenannte bemerke ich kaum, da ich im siebten Stock wohne und sehr weit ins Land hinein schauen kann. Erstgenannte, also Wachpersonal und Drehkreuz, sehe ich jeden Tag. Wenn ich die Wohnanlage verlasse gehe ich ungefähr fünfzehn Minuten zu Fuß zur Universität. Auf meinem Weg begegnet mir ein Soldatenfriedhof, ein Krankenhaus, ein weiteres Wohnheim und Teile der Uni selbst. Allesamt befinden sie sich ebenfalls hinter Zäunen. Um in die Universität zu kommen, wird obligatorisch der Studentenausweis gezeigt, das Wachpersonal nickt und man geht zur nächsten Kontrolle. Tasche oder Rucksack öffnen, es wird hineingeschaut während man selbst durch den Metalldetektor schreitet. Alles ist in Ordnung, herzlich Willkommen in der Uni. Mittlerweile bemerke ich es kaum noch, man unterhält sich und alles läuft automatisch ab.
Für diesen Blog, versuche ich politische, gesellschaftliche, aber auch persönliche Beobachtungen, Erfahrungen und Ideen mit Euch zu teilen. Dabei hoffe ich natürlich, dass es interessant zu lesen ist, kritisch sein wird und zu Diskussionen anregt. Nutzt die Kommentare oder schreibt E-Mails an die Macher dieser Seite. Am liebsten per Kommentar, dann kann ich bei Bedarf auch darauf antworten etc.
Ich freue mich auf diese Erfahrung und nehme Euch gerne mit an diesen Ort.

Nochmal zurück zu den Gittern. Die Gitter sollen schützen. Die Gitter separieren. Die Gitter halten ab. Manchmal bin ich froh über diese Gitter, manchmal nicht. An diesem aufregenden Ort geschehen jeden Tag verrückte Dinge, scheinbar verrückte Dinge. Hier wird der Ort sein, an dem ich einige davon erzähle, andere kommentiere und wieder andere analysiere.

Wo ich bin? Gute Frage: Ich bin in Jerusalem.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    sehr dramatisch, aber auch treffend. In Jerusalem zu wohnen heißt aber auch Dramatik pur. Geht man zu Fuss durch die Innenstadt, kann man innerhalb kürzester Zeit unglaublich viele dramatische, aber auch schöne Dinge erfahren.
    Ein Widerspruch, ein schreiender – Jerusalem.

    נתראה בקרוב חבר

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